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In dieser Spielzeit sucht das TNS den Dialog über Grenzen hinweg und bietet dem deutschsprachigen Publikum sechs Produktionen an, die in deutscher Sprache übertitelt werden. Die Auswahl spiegelt den Reichtum unseres Programms wider und ermöglicht den Zuschauern, die französische und europäische Theaterlandschaft zu ergründen.

Natürlich möchten wir Ihnen unsere beiden Hauspremieren der Spielzeit vorstellen: Ce qui évolue, ce qui demeure (Und sie bewegt sich doch...) von Howard Barker und Merlin der Zauberer von Florence Delay und Jacques Roubaud.

Im ersten Stück wird der zeitgenössische und britische Schriftsteller Howard Barker geehrt, gerade dann, wenn Großbritannien den Vorsitz der Europäischen Union übernehmen wird. Der noch nicht in Französisch veröffentlichte Text wurde vor einem Jahr von unseren LektorInnen am TNS entdeckt und als szenische Lesung vorgestellt.

Mit Merlin der Zauberer beginnt eine Zusammenarbeit zwischen dem TNS und dem Théâtre National Populaire in Villeurbanne (TNP). Die zwei Intendanten Julie Brochen und Christian Schiaretti versammeln ihre Truppen um einen Text, der das mythische Epos vom Heiligen Gral erzählt und zwischen christlicher Tradition und keltischer Legende wandert.

Olivier Py, zur Zeit Intendant des Odéon-Théâtre de l’Europe und demnächst Intendant des Festival d’Avignon, liefert uns seine Vision von Romeo und Julia von Shakespeare. Der Klassiker im Repertoire wird von einem der berühmtesten Regisseure der französischen Theaterszene neu aufgelegt.

Eine wesentliche Aufgabe des TNS ist es, die zeitgenössische Dramatik bekannt zu machen. Dies bieten wir mit der neuesten Produktion von Pierre Meunier. Aus der Tiefe der Kehle stellt die Bildung und die Symbolik der Worte in Frage, relativiert die Rolle der Sprache. Drei Männer stehen auf der Bühne. „Drei, wie das Clownstrio des gelehrten Schwätzers, des tollpatschigen Stotterers und des sich in seiner Spirale selbstverwickelten Logikers“, sagt Pierre Meunier.

Sonnenuntergang von Isaak Babel führt uns ins Herz des jüdischen Viertels von Odessa in den 1930er Jahren. Die Regisseurin Irène Bonnaud lädt uns ein auf eine Reise, die Klezmer-Musik mit Humor mischt und dabei die Gewalt und dekadente Stimmung in einer Familie zeigt.

Schließlich stellt sich das TNS der Herausforderung, sein Publikum um drei große deutsche Autoren zu sammeln: Bertolt Brecht, Georg Büchner, Wolfgang Borchert. Im Fokus stehen drei „B“, die anhand von Ähnlichkeiten und Unterschieden in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Germanistik der Universität Straßburg entschlüsselt werden sollen. Von Brecht wird das Stück Die Rundköpfe und die Spitzköpfe in der neuen Übersetzung von Ruth Orthmann und Eloi Recoing mit deutschen Übertiteln angeboten.

Wir wünschen Ihnen eine aufregende Spielzeit!

Julie Brochen

 

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